waibakram

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Jeden Tag

begegnet mir Neues, Interessantes, Schönes und auch Dinge, die mir nicht gut gefallen. Hier möchte ich darüber schreiben, was mir so auffällt. Wo ich gedanklich hängenbleibe. Meine "Bilder" in Worte fassen. Mein Leben in Bilder fassen.
Schreibt mir ein E-Mail, wenn Euch etwas dazu einfällt.

Hinter dem Vorhang

dies und dasGeschrieben von ameli Sa, Mai 18, 2013 21:43:58

Mein Fahrrad ist kaputt, die Radnabe des Hinterrades hats erwischt. Und zwei Werkstätten sind sich offensichtlich einig, das die Reparatur um die 200 Euro kostet. Sohn meint, das kann man selber machen, er hat aber noch keine Anstalten gemacht, damit zu beginnen. Ich habe die Anleitung für Händler für diese Radnabe im Netz gefunden. Sage und schreibe 42 Einzelteile beinhaltet allein die Radnabe laut Explosionszeichnung mit Durchnummerierung. Ich bekomme ein gewisses Verständnis für den Reparaturpreis. Mal sehen, ob Sohn neben seinen Ferienaktivitäten Zeit findet, die Nabe auseinander zu nehmen und wieder zusammen zu setzen.

Handschriftlich

dies und dasGeschrieben von ameli Fr, Mai 17, 2013 22:07:01

Ich lese eine alte Handschrift nach der anderen, um herauszufinden, warum Alois U. nicht von Meran nach Rosenheim auswandern durfte und die Gefahr bestand, daß er als widerspenstig gelte und eingesperrt würde. Sollte ich irgendwann eine Handschrift entziffert haben, die dieses Rätsel löst, würde ich mich wirklich freuen. Bisher gibt es nur seitenweise Schreiben an und von Gerichts- und Regierungsstellen die nicht erkennen lassen, warum das Auswanderungsgesuch nicht genehmigt wurde. Um 1820 durfte man nicht einfach so umziehen von Meran, damals zu Tirol gehörend, nach Rosenheim. Das war ein komplizierter Genehmigungsakt. Wenn ich hiermit fertig bin, werde ich mich in eine andere Auswanderungssache einlesen, diesmal von Rosenheim nach Kaiserslautern mit Rückkehr nach Rosenheim 30 Jahre später. Und alle diese Korrespondenzen, alle Kopien und Abschriften alle Genehmigungen und Einsprüche sind in blumigen Worten mit der Hand geschrieben. Die Kopien oft in lausiger Handschrift schnell gekrakelt, mit bedenklicher Rechtschreibung.
Was schreiben wir heute noch mit der Hand? Entschuldigungen für die Schule, Mitteilungen für die Familie, die auf dem Esstisch liegen, Einkaufszettel, Postkarten - habe ich schon lange keine mehr geschrieben- und Emails schreibt man niciht mit der Hand, auch handgeschriebene Lebensläufe werden nicht mehr verlangt. Formulare für die Krankenkasse, das Finanzamt oder andere öffentliche Stellen fülle ich meistens auch schon als Pdf Formular am Computer aus. Handschriften werden deutlich weniger. Schade finde ich das eigentlich nicht, denn das Entziffern "kreativer" Handschriften entfällt dadurch.

Die Zähne

dies und dasGeschrieben von ameli Mi, Mai 15, 2013 22:36:04

Heute habe ich eine mehr als einstündige Behandlung beim Zahnarzt hinter mich gebracht, mit zwei "komplizierten" Zähnen und zwei Einfachen. Schlimm war es nicht, nur langwierig mit ziemlich viel Wassergespritze. Manchmal habe ich mich dem Ertrinken nahe gesehen. Aber da beim Zahnarzt schnelle Rettung zu erwarten ist, hat mich das auch nicht weiter geschreckt. Ich habe einfach die Augen geschlossen, versucht, den Mund immer so zu öffenen, wie es gerade erwartet wurde und habe die Unterhaltungen zwischen Arzthelferin und Zahnärztin an mir vorüber ziehen lassen. Die fand ich sehr unterhaltsam, denn die Zahnarzthelferin war nicht immer einer Meinung mit der Zahnärztin, ob jetzt mesial, labial oder sonstwie- ial behandelt werden sollte, welche -liale sie jetzt notieren sollte, ob sie nicht noch ein -lial vergessen hätte, ob da nicht noch eine Spitze weggeschliffen gehört, da auch noch eine Stelle ist, die man nicht vergessen sollte. Immer wieder hat die Helferin gelobt, wenn sie fand, das die Arbeit der Zahnärztin jetzt gut war "ja, so ist es jetzt gut, oder aber: hier noch etwas" . Und so gab es zwischen den beiden die ganze Zeit eine lebhafte Unterhaltung über das was gerade geschah und was man wie machen könnte, in für mich meist kryptischer Fachsprache aber sehr nett anzuhören. Ich fand dieses zweifache intensive und konzentrierte Interesse an der Behandlung meiner Zähne über eine doch relativ lange Zeit sehr angenehm und das Ergebnis passt bestens. Und ich habe mich nicht gelangweilt, dank der lebhaften Gespräche mit lautmalerischem Wert und beiderseitigem Engagement.
Außerdem haben die Beiden nicht versucht, sich mit mir zu unterhalten, der letzte Zahnarzt hat mir immer während der Behandlung, wenn ich den Mund sperrangelweit aufmachen musste, irgendwelche Fragen gestellt. Das können nur rhetorische Fragen gewesen sein. Finde ich aber unangenehm.

Muttertag

dies und dasGeschrieben von ameli So, Mai 12, 2013 22:07:36

Ich kann nichts anfangen mit dem Muttertag. Ich weiß auch nicht wirklich, was oder wer da gefeiert werden soll, oder vielleicht doch eher bei der Stange gehalten werden soll. In der realistischen Retrospektive ist die Mutterschaft für mich und für viele andere Frauen doch weniger mit Freuden als mit viel Mühen und wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nachteilen verbunden. Die Zeiten der Freude, die angeblich für alles entschädigen, nehmen einen verhältnismäßig geringen Platz ein. Wenn ein Job so wenig "entschädigende" Erfolge bieten würde, wäre es ein schlechter Job.
Müttern, deren Kinder vor 1992 geboren sind, wird für die Erziehung ihrer Kinder weniger für die Rente angerechnet, die Erziehung der Kinder somit finanziell nicht genauso gewürdigt, wie bei Elternteilen, die nach 1992 ein Kind erzogen haben. Der Sinn dieser Regelung kann nur in irgendwelchen finanziellen Interessen liegen, im Geld sparen, sparen auf Kosten von Menschen die Arbeit für die Gesellschaft geleistet haben, denn diese Kinder finanzieren jetzt die Renten. Denn Kindererziehung ging vor 1992 sicher nicht leichter und zeitsparender. Und dafür gibt es dann statt dessen einen Muttertag, wer einen Blumenstrauß bekommt, soll nicht undankbar sein und meckern.

Das Spiel

dies und dasGeschrieben von ameli Di, Mai 07, 2013 08:02:42

Heute morgen hat mir jemand gesagt, dass das Leben ein Spiel ist. Ein Spiel ohne Regeln ohne Grenzen und ohne Anleitung und ... vom Umtausch ausgeschlossen.

Preisverleihung

dies und dasGeschrieben von ameli So, Mai 05, 2013 23:01:13

Die Zuhörerinnen in der ersten Reihe.

Walpurgis

dies und dasGeschrieben von ameli Di, April 30, 2013 22:27:42

Walpurgisnacht ist heute. Goethes Szenen auf dem Blocksberg, Faszination des so genannten Teuflischen. Der Aufbruch der Natur in ein neues Leben in einen neuen Zyklus wird verbunden mit dem menschlichen Wunsch dem Ruf der Natur zu folgen, sich zu verbinden. Im Gegensatz zur Natur gilt die menschliche Natur aber eher als moralisch zwiespältig bis verwerflich, ein unvermeidbares Laster, dem wir uns ergeben müssen.

Im Faust ist mir ein Vers ins Auge gefallen zur Walpurgisnacht:

Ich mag in diesem Hexenheer
Mich gar zu gern verlieren;
Denn freilich diese wüßt ich eh'r
Als Musen anzuführen

Die Faszination des als unmoralisch Definierten war schon immer sehr groß.
Und hat Heerscharen an Künstlern aller Richtungen inspiriert.

Missverständnisse

dies und dasGeschrieben von ameli Sa, April 27, 2013 00:24:48
Heute haben wir eine Menge Löcher im Garten gegraben um unzählige Pflanzen um- und einzupflanzen. Der Hund ist begeistert von unserem Tun und gräbt auch unzählige Löcher. Nur versteht er überhaupt nicht, warum wir das gar nicht schön finden und ihn ständig daran hindern wollen. Er gräbt einfach an den falschen Stellen. Durch solche Missverständnisse, die auf fehlender verstehender Kommunikation beruhen, entsteht dann auf beiden Seiten deutlicher Unmut.

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