waibakram

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Jeden Tag

begegnet mir Neues, Interessantes, Schönes und auch Dinge, die mir nicht gut gefallen. Hier möchte ich darüber schreiben, was mir so auffällt. Wo ich gedanklich hängenbleibe. Meine "Bilder" in Worte fassen. Mein Leben in Bilder fassen.
Schreibt mir ein E-Mail, wenn Euch etwas dazu einfällt.

Handschriftlich

dies und dasGeschrieben von ameli Fr, Mai 17, 2013 22:07:01

Ich lese eine alte Handschrift nach der anderen, um herauszufinden, warum Alois U. nicht von Meran nach Rosenheim auswandern durfte und die Gefahr bestand, daß er als widerspenstig gelte und eingesperrt würde. Sollte ich irgendwann eine Handschrift entziffert haben, die dieses Rätsel löst, würde ich mich wirklich freuen. Bisher gibt es nur seitenweise Schreiben an und von Gerichts- und Regierungsstellen die nicht erkennen lassen, warum das Auswanderungsgesuch nicht genehmigt wurde. Um 1820 durfte man nicht einfach so umziehen von Meran, damals zu Tirol gehörend, nach Rosenheim. Das war ein komplizierter Genehmigungsakt. Wenn ich hiermit fertig bin, werde ich mich in eine andere Auswanderungssache einlesen, diesmal von Rosenheim nach Kaiserslautern mit Rückkehr nach Rosenheim 30 Jahre später. Und alle diese Korrespondenzen, alle Kopien und Abschriften alle Genehmigungen und Einsprüche sind in blumigen Worten mit der Hand geschrieben. Die Kopien oft in lausiger Handschrift schnell gekrakelt, mit bedenklicher Rechtschreibung.
Was schreiben wir heute noch mit der Hand? Entschuldigungen für die Schule, Mitteilungen für die Familie, die auf dem Esstisch liegen, Einkaufszettel, Postkarten - habe ich schon lange keine mehr geschrieben- und Emails schreibt man niciht mit der Hand, auch handgeschriebene Lebensläufe werden nicht mehr verlangt. Formulare für die Krankenkasse, das Finanzamt oder andere öffentliche Stellen fülle ich meistens auch schon als Pdf Formular am Computer aus. Handschriften werden deutlich weniger. Schade finde ich das eigentlich nicht, denn das Entziffern "kreativer" Handschriften entfällt dadurch.